Worte in den Wind

Ich streue meine Worte in den Wind
und warte bang, ob sie dein Herz erreichen,
weil ihre Laute nur Gedanken sind,
die allem Ungesagten gleichen.
Ich hauche meine Lieder in die Nacht,
und wie sie noch ins Dunkle hin verschweben -
gelöst aus meinem Herzen sacht -
will sich ihre Klang an deine Seel heben
und Heimat suchen.
Aus allen Fernen jeden Morgen
schmerzvoll neu geboren
sind Wort und Lied in Nacht und Wind
verloren - wie tiefes Heimweh
unter hohen Sternen.

(I .J. ?)


Es muß das Herz bei jedem neuen
Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauer
in neue, andre Bindungen zu geben.
Und jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft
zu leben.

(H. Hesse)


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